Aus Nostalgie wird Zukunftslust

Wie kann Nostalgie helfen, neue Bilder wünschenswerter Zukünfte zu entwickeln?
In unserem Pilotworkshop im Futurium Open Lab reisten die Teilnehmenden von persönlichen Erinnerungen über dahinterliegende Bedürfnisse zu spekulativen Postkarten aus der Zukunft – spielerisch, sinnlich und kritisch.

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  • 12 Teilnehmende
    Eine altersübergreifende und heterogene Gruppe aus dem offenen Futurium-Publikum nahm an dem kostenfreien Workshop teil.
  • 3 Stunden
    An nur einem Nachmittag reisten die Teilnehmenden in nostalgische Vergangenheiten, in die Gegenwart und hinein in wünschenswerte Zukünfte.
  • 50+ Nostalgiebilder
    Polaroid-Motive aus sechs Jahrzehnten dienten als persönliche Eintrittstore in nostalgische Erinnerungen.
  • 12 Postkarten
    Individuelle Collagen machten persönliche wünschenswerte Zukünfte als Postkarten aus der Zukunft sichtbar.
Zukunftsbilder sind nie neutral: Sie entstehen aus heutigen Hoffnungen, Ängsten, Annahmen und blinden Flecken. Für Nostalgiebilder gilt dasselbe! Auch sie sind keine unveränderten Erinnerungen, sondern idealisierte Bilder, in denen sich gegenwärtige Bedürfnisse spiegeln. Während restaurative Nostalgie also eine vermeintlich bessere Vergangenheit wiederherstellen will, fragt reflexive Nostalgie, welche Sehnsucht hinter einem Bild steckt. Der Workshop machte genau diese Sehnsucht zum Ausgangspunkt für neue Zukunftsfragen und spekulative, hoffnungsvolle Zukunftsentwürfe.
Aufbau des Workshops
1
Erinnerungen öffnen
Aus 50+ Polaroid-Motiven verschiedener Jahrzehnte wählten die Teilnehmenden intuitiv ein persönliches „Eintrittstor“ in ihre eigene nostalgische Erinnerungsreise.
2
Sehnsucht entschlüsseln
Eine angeleitete Nostalgiereise machte Erinnerungen mit allen Sinnen und im eigenen Körper erfahrbar. In Kleingruppen untersuchten die Teilnehmenden anschließend, welche Bedürfnisse, Wünsche und Annahmen dahinter liegen könnten.
3
Zukunft neu rahmen
Aus den nostalgischen Bildern entstanden neue Zukunftsfragen: Wie könnte das zugrunde liegende Bedürfnis in einer wünschenswerten Zukunft erfüllt werden – ohne sich einfach nur die Vergangenheit herbeizusehnen?
4
Zukünfte sichtbar machen
In einer zweiten imaginativen Reise nahmen die Teilnehmenden ihre Sehnsucht diesmal mit in die Zukunft. Aus alten und neuen Bildern gestalteten sie Collage-Postkarten wünschenswerter Zukünfte.
Was passiert, wenn wir nostalgische Erinnerungen nicht wörtlich nehmen, sondern nach dem Bedürfnis dahinter fragen? Bei einer Teilnehmer*in entstand zum Beispiel aus der Erinnerung an einen CD-Rohling die Frage: „Wie möchte ich mit meinen Daten zusammenleben?“ Die dazugehörige Collage zeigte eine zukünftige Stadt, in der persönliche Daten als physische, sichtbare Orte in der eigenen Nachbarschaft verankert sind.
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