Mit welchen Werkzeugen können wir innerhalb von Zivilgesellschaft kritisch über Zukünfte nachdenken?
Dieser Frage widmete sich Futures Probes gemeinsam mit ihrer Projektpartnerin SUPERRR Lab. In einer dreiteiligen Lernreise stärkten 15 Teilnehmer*innen aus insgesamt 12 zivilgesellschaftlichen Organisationen ihre Futures Literacy und ihren Imaginationsmuskel.
Das Projekt wurde gemeinsam von Futures Probes und SUPERRR Lab initiiert, konzipiert und durchgeführt.
3 Module
Die Lernreise ging über insgesamt 3 halbtägige Workshops: von denen einer digital und die anderen beiden analog.
Wie können wir innerhalb von Zivilgesellschaft kritisch über Zukünfte nachdenken?
Futures Literacy beschreibt die Fähigkeiten, Zukünfte im Plural zu imaginieren, unterschiedliche zukünftige Entwicklungen zu antizipieren und bestehende Zukunftsnarrative kritisch zu beleuchten. Futures Literacy ist für zivilgesellschaftliche Organisationen ein besonders wichtiges Werkzeug, da ihre wünschenswerten Zukünfte selten mit denen übereinstimmen, die gesellschaftlich als die 'gängigsten' Zukünfte gelten.
In unserem Pilotprogramm Futures Literacy for Civil Society machten wir uns deshalb gemeinsam auf eine Lernreise, um vor dem Hintergrund komplexer Krisen das Hier und Jetzt zu verlassen und uns stattdessen ausgelassen mit weit entfernten Zukünften zu beschäftigen. Immer mit der Frage: Was sind eigentlich unsere Zukunftsnarrative? Und was bedeutet für uns ‚wünschenswert‘?
In einem ersten digitalen Kickoff-Call lernten sich die Teilnehmer*innen vorab bereits kennen und wurden mit den digitalen Tools und der Lernreise vertraut gemacht.
2
M1: Einführung
Neben verschiedenen kleinen Inputs zur Futures Literacy und zur Dekolonialisierung von Zukünften konnten die Teilnehmer*innen erste Werkzeuge wie den Zukünftekegel und das Futures Wheel ausprobieren.
3
M2: Antizipieren
Die Teilnehmenden lernten zu antizipieren, welche zukünftigen Entwicklungen und Konsequenzen es geben könnte und bauten Szenarien. Außerdem wurden bereits bestehende Szenarien untersucht und kritisch hinterfragt.
4
M3: Imaginieren
Die Teilnehmenden begaben sich auf eine Zukunftsreise und imaginierten wünschenswerte Zukünfte, deckten ihre eigenen verdeckten Annahmen auf und entwickelten zu guter Letzt über ein Backcasting mögliche Handlungsschritte.
Ergebnisse
Futures Literacy
Die Teilnehmenden trainierten ihren Imaginationsmuskel und lernten, unterschiedliche Zukünften kritisch zu antizipieren.
Methodenkenntnis
Die Teilnehmenden probierten eine Vielzahl von Zukunftsmethoden aus und lernten deren Anwendungspotential erkennen.
Optimismus
Viele der Teilnehmenden spiegelten nach Ende der Lernreise, dass sie nun deutlich optimistischer ihrer eigenen Zukunftsgestaltung gegenüberstehen.
Community
Durch Übungen, die Sinne und Emotionen anregten, entstand zwischen den Teilnehmenden ein intensiver Austausch und das Gefühl von Zusammenhalt, auch über die Workshops hinaus.
Methoden & Werkzeuge
Zukünftekegel
Ein Modell, das die Pluralität von Zukünften aufzeigt und zur besseren Strukturierung und Kontextualisierung von Zukünften genutzt werden kann.
Futures Wheel
Eine Methode zur visuellen Erkundung und Darstellung der zukünftigen Konsequenzen einer bestimmten Entwicklung.
2x2 Szenario-Methode
Eine einfache Szenario-Methode, die 2 verschiedene Einflussfaktoren kombiniert, um insgesamt 4 verschiedene Szenarien zu generieren.
Futures Literacy Lab
Ein strukturierter Prozess der Zukünftebildung, bei dem zunächst Zukunftsannahmen kritisch hinterfragt werden, um anschließend neue Zukünfte zu entwickeln.
Futuring Journey
Eine angeleitete mentale Reise in eine wünschenswerte Zukunft mithilfe aller Sinne.
Future(s) Persona
Ein Instrument zum besseren Verständnis der Stakeholder*innen, die im Rahmen einer bestimmten Zukunft auftreten könnten.
Narratives Storytelling
Eine kreative Methode, um Zukunftsvorstellungen auf eine zugängliche und ansprechende Weise zu vermitteln.
Backcasting
Eine Methode, die verwendet wird, um von einer bestimmten wünschenswerten Zukunft aus rückwärts zu planen, anstatt vorwärts zu projizieren.
Visionen für wünschenswerte Zukünfte des Tourismus in Spanien mit über 50 Tourismusakteur*innen in den Kanaren, Donostia-San Sebastián und dem Laciana-Tal.
Eine Sammlung von 1-stündigen, digitalen Methoden-‚Snacks‘, die interaktive und praktische Einblicke in das Zukunftsdenken für den Arbeitskontext bieten.
Ein Archiv individueller wünschenswerter Zukünfte und Hoffnungen von verschiedenen Menschen auf der ganzen Welt – gesammelt mit Hilfe eines Zukunftsfragebogens.
Wünschenswerte Zukünfte einer Schule, die gemeinsam mit über 100 Lehrer*innen, Schüler*innen und Eltern in einem eintägigen Utopien-Workshop entwickelt wurden.
Ein spekulatives Designprojekt, das aufkommende Technologien in (un)mögliche Zukünfte extrapoliert und diese in Form von Comics, Texten und Audios erzählt.
In Zukunftsworkshops zum Thema nachhaltiger Tourismus, erkundeten junge Menschen gemeinsam verschiedene Zukünfte des Tourismus und die dafür erforderlichen Arbeitsplätze.
Ein ko-kreativer Kurs für Masterstudent*innen der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, um mögliche zukünftige Implementierungen von Community Wealth Building Prinzipien auf ihrem Campus zu visionieren.
Eine Buchpublikation zur wissenschaftlichen Untersuchung, kritischen Reflexion, praktischen Anwendung und Visualisierung von Zukunftsbildern, in Zusammenarbeit mit Dr. Reinhold Popp.
Ein Workshop zu Zukünftekompetenzen, um tief verankerte Annahmen aufzudecken, die Zukunft neu zu gestalten und aufkommende Fragen zu diskutieren – zum Thema Reproduktion.
Eine interaktive Ausstellung, die Fakten, Perspektiven und Ideen über die Zukunft des Alterns darstellt. Die Besucher*innen wurden ermutigt, über ihre eigene Zukunft nachzudenken und ihre Annahmen zu reflektieren.